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Jahresbericht 2006 der Regionalbibliothek Hochdorf

Kinder brauchen vielfältige Leseerlebnisse

Lesen belebt die Sinne. Ein guter Text macht das Erzählte erlebbar. Als Lesende fühlen, hören, riechen und schmecken wir mit den Heldinnen und Helden der Geschichte mit. Kindern gelingt es besonders gut, zu lesen und gleichzeitig Mitspieler oder Mitspielerin des Geschehens zu sein. Leseerlebnisse sind intime, individuelle Erfahrungen.

Die starke Konkurrenz der audio- visuellen Medien (Kino, Fernsehen, Video, Hörkassetten…) drängt die Bücher heute stark in den Hinter­grund. Untersuchungen mit Jugendlichen zeigen, dass es um die Lesekompetenz (fehlerfreies Lesen und Sinn erfassendes Lesen) oft schlecht bestellt ist. Eine Tatsache ist aber auch, dass wer die modernen Bildschirmangebote und die heutige Textvielfalt nutzen will, über gute Lesetechniken verfügen muss.

Was tun? Leseförderung beginnt im Kinderzimmer! Kinder müssen auf Bücher neugierig werden. Frei erzählte Geschichten regen die Fantasie an. Oft wollen kleine Kinder immer wieder die gleichen Geschichten hö­ren und entdecken dabei stets Neues. Auch Bilderbücher eröffnen neue Welten. Mit Hilfe der Bilder können sich die Kinder auch gleich aktiv am Geschehen beteiligen.

Mit dem Schuleintritt beginnt die gezielte Leseförderung, die Kinder ent­decken die Welt der Buchstaben. Ob ein Kind nun zu einem „guten“ Leser oder zu  einer „guten“ Leserin wird, hängt nun weitgehend von der Lesekultur  in Familie und Schule ab, ein Kind braucht Lesevorbilder. Die  Regionalbibliothek steht als Schulbibliothek zur Verfügung. Jede Klasse wird stufengemäss in die Bibliothek eingeführt, es darf gelesen, ge­schmökert und recherchiert werden. Einige Klassen besuchen die Bibliothek regelmässig, einige Lehrpersonen regen individuelle Biblio­theksbesuche an. Den Kindern eröffnet sich so ein vielfältiges Lektüreangebot.

Lesen heisst aber auch, den Lesestoff selber auswählen dürfen. Kinder entscheiden oft anders, als wir Erwachsenen es für sie täten. Lesewege können durchaus vom Donald Duck – Heft  zum Kinderroman führen. Lesen soll schliesslich Vergnügen bereiten. Primarschulkinder mögen häufig Bekanntes, deshalb bevorzugen sie Reihen, d.h. Bücher mit glei­cher Aufmachung, da wissen sie, was sie erwartet. Leseinteresse und Lesehunger müssen wachsen.

Nur wer in „seinem“ Buch besonders Schönes, Witziges und Interes­santes entdeckt, wird mit der Hand über die Seiten streichen und dem Buch sorgfältig einen schönen Platz im Regal einräumen. Wie gesagt: „Lesen belebt die Sinne“.

Bea Lehmann Zeder, Mitglied der Bibliothekskommission

 

Bericht des Bibliothekars

Erstmals seit Bestehen der Regionalbibliothek Hochdorf wurden 2006 etwas weniger Ausleihen verzeichnet als im Vorjahr. Der Rückgang be­trug etwas mehr als zwei Prozent auf 191'000 Ausleihen. Zusammen mit der Bibliothekskommission haben wir über Gründe für diesen Rückgang diskutiert. Nach dem Zuwachs von 20'000 auf fast 200'000 Ausleihen ist eine gewisse Sättigung erkennbar. Ein weiterer Grund ist der Umzug der Kantonsschule Hochdorf nach Baldegg. Die Schüler müssen nun nicht mehr wie früher an der Bibliothek vorbei, um auf den Zug zu gelangen. Zudem hat die Kantonsschule selber eine attraktive Bibliothek aufgebaut. Ebenso sorgt das Internet für einen Rückgang. Braucht jemand heute Informationen, sucht er sich diese zuerst im Netz und erst danach in der Bibliothek. Interessant dabei ist, dass in der ganzen Schweiz eine ähnli­che Tendenz festzustellen ist. Die meisten allgemein öffentlichen Bibliotheken verzeichnen einen Rückgang der Benutzung. Es gibt jedoch auch Bereiche, bei denen ein Wachstum zu verzeichnen ist, so z.B. bei der Belletristik für Kinder und Erwachsene.

Etwas Sorge bereitet uns der Rückgang der Ausleihe bei den Jugendli­chen. In einer hektischen Zeit mit immer mehr Möglichkeiten z.B. im Bereich elektronische Medien bleibt immer weniger Zeit und Musse für die Lektüre eines Buches. Wir beabsichtigen, dieser Tendenz mit ver­mehrter Leseförderung, Zusammenarbeit mit den Schulen und der Bereitstellung eines attraktiven Angebotes entgegen zu wirken.

Man darf gespannt auf das nächste Jahr blicken.

Medien

Mit über 300 Wünschen und Vorschlägen haben sich die BenutzerInnen 2006 am Medienaufbau beteiligt. Sie helfen uns damit, einen kundenge­rechten Bestand anzubieten.

Nachdem die Ausleihe bei den DVDs in den vergangenen Jahren stets einen Zuwachs von mehr als dreissig Prozent verzeichnete, stagnierte sie 2006. Wir sind uns jedoch bewusst, dass ein solcher Zuwachs über längere Zeit kaum möglich ist. Der Höhepunkt ist hier bereits überschrit­ten und es zeichnen sich bereits Nachfolgemedien ab (HD-DVD, Blu-Ray-Disc). Es ist auch schon absehbar, dass mittelfristig auch die Filme - so wie heute bereits die Musik - direkt aus dem Internet heruntergeladen werden können. Die Bibliothek entfällt dabei als Mittlerin und uns entge­hen dadurch auch willkommene Einnahmen.

Der Rückgang bei der Ausleihe von Kassetten ist dadurch zu begründen, dass es immer weniger Kassettenabspielgeräte gibt und die Kinder ver­mehrt die CD als Medium bevorzugen. Bei den Hörbüchern konnte denn auch ein grosser Ausleihezuwachs verzeichnet werden.

Neues kommt auch bei den elektronischen Medien auf uns zu. E-Books werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Wir haben uns intensiv damit befasst, wie solche Medien in eine Bibliothek integriert werden können. Es gibt bisher noch keine überzeugende Lösung. Der schweizerische Bibliotheksdienst befasst sich mit dem deutschen EKZ mit diesem Thema. Zentral ist dabei, wie die Wahrung der Urheberrechte gewähr­leistet werden kann und wo die Bibliotheken gegenüber den grossen Internethändlern wie Amazon einen Vorteil anbieten können. Wir verfol­gen diese Thematik aufmerksam.

Schulbibliothek

Erfreulicherweise nutzen immer mehr Lehrpersonen die Möglichkeit, im Klassenverband in der Bibliothek zu arbeiten oder Bücher auszuleihen. 91 Schulklassen machten davon im vergangenen Jahr Gebrauch.

Regionalisierung

Wir haben 2006 mit den umliegenden Gemeinden Verhandlungen über Unterstützungsbeiträge geführt. Die Bibliothek wird von den Einwohnern dieser Gemeinden rege benutzt. Bereits seit mehreren Jahren zahlen Römerswil und Hohenrain/Kleinwangen Beträge. Nun können wir er­freulicherweise auch auf Beiträge aus Hitzkirch, Gelfingen, Schongau, Ermensee und Ballwil zählen. Die Einwohner dieser Gemeinden können die Bibliothek zu den gleichen Bedingungen wie die HochdorferInnen benutzen. Einwohner anderer Gemeinden müssen im nächsten Jahr deutlich mehr bezahlen.

Personal

Mit E-Learning beschreitet die Bibliothek neue Wege. Jeweils zwei Bib­liothekarinnen bearbeiten je einen Online-Kurs. Diese Kurse werden von der Bertelsmann-Stiftung zu geringen Kosten zur Verfügung gestellt. Die eine Gruppe bearbeitet das Thema Jugendbibliothek, die andere das Thema Kundenbetreuung. Der Abschluss wird im Januar 2007 erfolgen.

Dank

Zum Erfolg der Bibliothek haben neben unseren BenutzerInnen vor allem auch der Gemeinderat, die Bibliothekskommission und die Mitarbeiterin­nen beigetragen. Für ihre Bemühungen im Interesse der Bibliotheken danke ich ihnen herzlich.

Wir uns auf ein interessantes und ereignisreiches Bibliotheksjahr 2007.

Walter Süess

Verschiedenes / Veranstaltungen

12. Januar: Lesung und Weindegustation mit Bernard R. Bachmann: General J.A. Sutter: Ein Leben auf der Fluch nach vorn.

10. Januar: Sitzung mit den Bibliothekarinnen des Seetals in der Regio­nalbibliothek Hochdorf: Claudia Schmid, Hitzkirch, Theres Haas, Hohenrain, Evelin Galliker, Eschenbach, Silvia Meyerhans, Inwil. Wir beschliessen einen gemeinsamen Presseauftritt. Der Termin bleibt noch offen.

März/April/Mai: Themenausstellung mit englischsprachigen Büchern aus unserer Bibliothek.

15. März: Walter Süess besucht den Kurs: "Klassenführungen die Spass machen" im PHZ Zug

30. März: Das Personal der Gemeindebibliothek Wohlen lässt sich die Bibliothek Hochdorf zeigen.

11. April: Frau Heidi Bühler vom SBD besucht unsere Bibliothek und informiert über Neuheiten aus dem SBD. Wir diskutieren speziell auch über E-Books und ihren Einsatz in der Bibliothek.

10. Mai: SAB-Mitgliederversammlung Regionalgruppe Deutschschweiz: Nach dem offiziellen Teil werden wir am Nachmittag über Bibliothekspro­gramme in Nordrhein-Westfalen informiert. Interessant speziell: Zusammenarbeit Schule-Bibliothek und die Leseförderung.

19./20. März: Im Rahmen der Gewerbeausstellung in Hochdorf wird in einer Präsentation u.a. auch die Regionalbibliothek Hochdorf als Dienst­leistungsbetrieb vorgestellt.

1. Juni: Vertreter der Gemeindebehörden von Eschenbach, Rain, Gelfin­gen und Hitzkirch treffen sich im Rathaus in Hochdorf mit Gemeinderätin Lea Bischof, Bibliothekskommissionspräsident Othmar Betschart und Bibliothekar Walter Süess. Gesprächsthema: Kostenbeteiligung dieser Gemeinden.

Juni/Juli: Themenausstellung: Von der NZZ erhalten wir Broschüren mit Zusammenfassungen von Literaturklassikern. Dazu präsentieren wir die dazugehörigen Originalwerke in attraktiven Neuausgaben.

12. Juni: Walter Süess besucht den BBS-Kurs in Winterthur: Benchmar­king für Biblotheken: Leistungsmessung und Leistungsvergleiche.

28. Juni: Walter Süess lässt sich an einer Informationsveranstaltung des SBD in Bern über digitale Medien (Hörbücher, E-Books usw.) informie­ren.

August/September: In Zusammenarbeit mit der Ludothek stellen wir Bü­cher zum Thema Spiele aus. Die Ludothek zeigt dazu Beispiele aus ihrem grossen Angebot.

18. Oktober: BBS-Kurs in Bern: Thema Invisible Net. Walter Süess in­formiert sich über die Internetsuche nach Seiten, die von Suchmaschinen wie Google nicht gefunden werden.

26. Oktober: Peter Cawley stellt sein Buch "Ein turbulenter Sommer" vor.

11. November: Hanni Seitz und Edwin Küttel Oboe lesen und spielen im Brauiturm: Thema: Lesen Bücher

13. November: Walter Süess besucht den Kurs Öffentlichkeitsarbeit und Umgang mit Medien in Bern: Kursleiter: Manfred Ritschard.

November: Elisabeth Gasser und Heidi Scherrer beginnen mit dem On­line-Kurs: Fokus Kunde.

November: Ebenfalls einen Online-Kurs beginnen Dina Estermann und Brigitte Sidler. Ihr Thema: Fokus Jugend.

November/Dezember: Wir präsentieren die Weihnachtsmedien auf ei­nem separaten Tisch.

11. Dezember: Das Team besucht im Rahmen eines Weiterbildungsaus­flugs die Regionalbibliothek Sursee.

Interessante Zahlen

2006 verschickten wir 1344 Rückrufe und erledigten 1581 Reservatio­nen. Durch den Versand von 1456 Mails anstelle von Briefen sparten wir ca. 1'100 Franken. Der meistverlangte Roman war der Titel "Sakrileg" von Dan Brown mit 83 Ausleihen, bei den Sachbüchern der Titel "Noma­dentochter" von Waris Dirie mit 42 Ausleihen.

 

Neuerwerbungen/Bestand 2006

Medienart

neu

ausge-
schieden

Total

 

 

 

 

Kinder Bilderbücher

71

144

972

Kinder Sachbücher

98

156

835

Kinder Belletristik

189

341

1693

Jugend Sachbücher

81

28

1265

Jugend Belletristik

132

410

2445

Jung. Erwachs. Belletristik

106

154

965

Erwachsene Sachbücher

457

151

5654

Erwachsene Belletristik

512

1827

4717

Landkarten

0

0

329

Comics

28

29

522

Diverse Zeitschriften

 

 

548

 

 

 

 

Total Bücher

 1'674

 3'240

 19'945

 

 

 

 

Kassetten

64

575

2425

Hörbücher (CDs)

395

0

783

CDs

203

110

1761

Videos

0

310

374

CD-ROM

27

4

127

DVDs Unterhaltung

434

19

2349

DVDs Sachgebiete

20

0

207

Total Nonbooks

1'143

 1'018

  8'026

 

 

 

 

Gesamtbestand

2'817

4'258

27'971

 

Ausleihstatistik 2006 im Überblick

Abteilung

in Zahlen
( )=Vorjahr

Zunahme in %
(gerundet)

 

 

 

Gesamtausleihe

191'085 (195'339)

-2,2

 

 

 

Kinder Bilderbücher

12'253 (12'256)

0,0

Kinder Sachbücher

6'665 (6'730)

-0,9

Kinder Belletristik

14'520 (13'893)

4,5

Jugend Sachbücher

4'886 (5'491)

-11,0

Jugend Belletristik

25'439 (27'436)

-7,2

Erwachsene Sachbücher

18'092 (18'998)

-4,7

Erwachsene Belletristik

27'231 (26'952)

1,0

Landkarten

394 (457)

-13,2

Zeitschriften

4'130 (3'126)

32,1

Total Printmedien

113'610 (115'339)

-1,5

 

 

 

Kassetten Kinder

14'648 (16'837)

-13,0

Kassetten Jugend

12'093 (15'065)

-19,6

 

 

 

CDs Musik

13'975 (15'282)

-8,6

CDs Hörbücher

6159 (0)

neue Gruppe

CD-ROM

716 (620)

15,5

 

 

 

DVDs Kinder

3'052 (2'856)

6,8

DVDs Jugend

3'202 (3'327)

-3,7

DVDs Erwachsene

21'933 (22'222)

-1,3

Videos

1'697 (3'460)

-50,9

Total Nonbooks

77'475 (80'000)

-3,1

 

Entwicklung der Ausleihe 1981 bis 2006

Ausleihstatistik 2004 nach Tagen

Wochentag

Anzahl
Ausleihen

Anzahl
Tage

Ausl. pro
Tag

Ausl. pro
Stunde

Montag

22'685

45

504

126

Dienstag

27'159

46

590

107

Mittwoch

34'920

49

713

118

Donnerstag

30'639

47

652

86

Freitag

33'827

47

720

127

Samstag

41'855

48

872

174

 

 

 

 

 

Total

 191'085

  282

678

121

Die Bibliothek war an 282 Tagen total 1’578 Stunden offen.

 

Leserstatistik der Regionalbibliothek Hochdorf

2006 haben sich 408 Personen neu als BenutzerInnen eingeschrie­ben. 181 davon sind Kinder oder Jugendliche. Bei den anderen handelt es sich um Familien oder einzelne Erwachsene.

Ende 2006 zählte die Bibliothek Hochdorf 5'920 aktive Benutzer. Die effektive Benutzerzahl liegt jedoch wesentlich höher, da viele nicht eingeschriebene Personen unser Internetangebot oder auch das Zeitschriftenangebot intensiv nutzen, ohne sich einzuschreiben.

 

Nach Wohnorten

 

 

 

 

 

 

 

 

Übrige: Müswangen/Hämikon (127), Aesch (112), Ermensee (96), Inwil (81), Abtwil (67), Hildisrieden (69), Neudorf (45), Mosen (45), Sulz (24), Beromünster (19), Schongau (13), Aettenschwil/Fenkrieden (26), Altwis (26), Sempach (14), Auw (24), Luzern (13), Rothenburg (6), Sins (16), Sins (16), Gunzwil (8)

Je 1 bis 9 Benutzer stammen aus div. anderen Gemeinden. Meistens handelt es sich dabei um WochenaufenthalterInnen im Seetal.

 

Mitglieder der Bibliothekskommission

Othmar Betschart, Hochdorf, Präsident

Bea Lehmann, Hochdorf, Kassierin

Peter Hörler, Hitzkirch

Beat Merz, Hochdorf
 

Bibliotheksteam

Walter Süess, Hochdorf, Leiter

Diana Estermann-Frosio

Elisabeth Gasser-Rub

Heidi Scherrer-Lang

Barbara Sidler-Eichenberger

Brigitte Sidler-Kronenberg

Öffnungszeiten der Bibliothek:

MO                                         14.00 - 18.00 Uhr

DI/DO/FR                               10.00 - 11.30 Uhr
                                               14.00 - 18.00 Uhr

MI                                            10.00 - 11.30 Uhr
                                               13.30 - 18.00 Uhr

Abendausleihe DO                 18.00 - 20.00 Uhr

SA                                            9.30 - 12.00 Uhr
                                               13.30 - 16.00 Uhr

In den Schulferien gelten neu die normalen Öffnungszeiten.